Novartis Wirkstoff als erfolgsversprechende Tumor-Kombinationstherapie

Novartis Wirkstoff als erfolgsversprechende Tumor-Kombinationstherapie Die absolute Zahl der Neuerkrankungen an Krebs hat sich seit Anfang der 1970er Jahre in Deutschland fast verdoppelt. Die Krebs-verursachte Sterblichkeit in Deutschland, wie in den meisten anderen wohlhabenden Ländern, ist jedoch deutlich zurückgegangen, was in erster Linie auf Fortschritte in der Therapie, zum Teil wahrscheinlich auch bei der Früherkennung […]

Novartis Wirkstoff als erfolgsversprechende Tumor-Kombinationstherapie

Die absolute Zahl der Neuerkrankungen an Krebs hat sich seit Anfang der 1970er Jahre in Deutschland fast verdoppelt. Die Krebs-verursachte Sterblichkeit in Deutschland, wie in den meisten anderen wohlhabenden Ländern, ist jedoch deutlich zurückgegangen, was in erster Linie auf Fortschritte in der Therapie, zum Teil wahrscheinlich auch bei der Früherkennung zurückzuführen ist [1].

Die globale Pharmaindustrie investiert jedes Jahr Milliardenbeträge, um diesen Therapiefortschritt voranzutreiben und auch vermehrt auftretende Resistenzen erfolgreich zu bekämpfen. Ein wichtiger Schritt hier war zum Beispiel die Entwicklung von Immuncheckpoint-Inhibitoren, wie beispielweise Pembrolizumab/Keytruda von Merck/MSD (PD-1 Inhibitor) [2].

National Cancer Institute / Terese Winslow [2]

Derzeit sprechen hauptsächlich Tumore mit hoher Mutationslast und bereits in den Tumor eingewanderten T‑Zellen auf Checkpoint-Inhibitoren an – bei bis zu 30% dieser Patientenpopulationen sind sie wirksam [3]. Deshalb wird fieberhaft nach Kombinationstherapien gesucht, die eine T-Zell-Antwort gegen Krebs induzieren. Forscher haben herausgefunden, dass diese niedrige Ansprechrate unter anderem durch die Einwanderung von neutrophilen Granulozyten bedingt sein könnte. Dort machen die Zellen, die vom unter Stress stehenden Tumor angelockt werden, die Wirkung von Immuncheckpoint-Inhibitoren zunichte, indem sie T-Zellen wieder hemmen. Als Ursache für den unerwarteten Effekt der Neutrophilen machten die Forscher Botenstoffe aus, die der Krebs beim Angriff der T‑Lymphozyten freisetzt und die normalerweise vermutlich dazu dienen, überschießende Immunreaktionen im Zaum zu halten. Die Forscher haben in Patienten beobachtet, dass Patienten umso weniger auf Checkpoint-Inhibitor-Therapien ansprechen, je höher die Serumkonzentration des c-Met-Liganden Hepatozyten-Wachstumsfaktor (HGF) war. Sie vermuten folglich, dass HGF benötigt wird, um die normalerweise im Blut patrouillierenden Neutrophilen in die Lymphknoten und den von T-Zellen attackierten Tumor einwandern zu lassen [3].

Die Novartis AG kann sich deshalb freuen, da ihr Phase-II-Lungenkrebswirkstoff Capmatinib nun eine steile Karriere in Aussicht hat. Die Hemmung des c-met-Inhibitors bremst somit nicht nur nichtkleinzellige Bronchialkarzinome (NSCLC), sondern auch die Einwanderung von den besagten immunsupprimierenden Neutrophilen in den Tumor [4].

Immunity, doi: 10.1016/j.immuni.2017.09.012 [4]

Der Wirkstoff stellte in vivo bereits die Wirksamkeit der T-Zell-Therapien wieder her und ist somit vielversprechend um in Zukunft als Kombinationstherapie verabreicht zu werden und sich im überhitzten Markt für Krebsimmuntherapien durchzusetzen [3].

Lesen Sie hier ein spannendes Interview zum Thema Marktforschung in der Pharmaindustrie mit einem unserer Consultants.

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Quellen:
1. Robert Koch Institut (ZfKD): „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016“, letzter Aufruf am 16.02.2018
2. https://www.cancer.gov/news-events/cancer-currents-blog/2016/pembrolizumab-merkel-cell , letzter Aufruf am 16.02.2018
3. https://transkript.de/news/natuerliche-killer-der-t-zell-antwort.html, letzter Aufruf am 16.02.2018
4. Immunity, doi: 10.1016/j.immuni.2017.09.012

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Der Phase-II-Lungenkrebswirkstoff Capmatinib der Novartis AG hat eine steile Karriere in Aussicht. In diesem Artikel nehmen wir den Wirkstoff etwas näher unter die Lupe und erklären vereinfacht, wie er wirkt.
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