Das macht die Life Sciences Industrie in den Nordics aus

Die Länder der “Nordics”-Region (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden) einzeln gesehen sind entweder relativ klein oder dünn besiedelt. Nichtsdestotrotz haben sie eine stark entwickelte Life Sciences Industrie (Biotech, Medizintechnik, Pharma). Schweden und Dänemark sind dabei sicherlich die stärksten in Bezug auf Forschung und Entwicklung. Ihre Pipeline ist am stärksten gefüllt.

Gewiss hat jedes Land seine Stärken: Dänemark hat günstige regulatorische Bedingungen, Norwegen hat Stärken bei der Finanzierung und Schweden sticht bei der Forschung und Entwicklung heraus. Was für alle gilt ist, dass alle vier bei Patentanträgen in der EU unter den Top 5 sind.

Was auch auffällt ist, dass die Zahl der Biotechunternehmen im Vergleich zu Pharma sehr hoch ist. Pharma fällt auch bei der Medizintechnik weit zurück. Ein Hinweis auf hohe Innovationskraft?


Gemeinsamkeiten


Was alle Länder gemein haben ist, dass man besonders um die Hauptstädte herum Life Sciences Cluster findet. Und sogar über die Landesgrenzen hinaus. Das Medicon Valley ist dafür ein gutes Beispiel. Die Region umfasst den Osten Dänemarks und den Süden Schwedens. Nach eigenen Angaben arbeiten vierzigtausend Menschen dort im Life Sciences Sektor. Trotzdem gibt es Stimmen, die nach weiteren Kooperation fragen. Zwischen den Regionen im gleichen Land und über Landesgrenzen hinaus. Denn dies wird aus deren Sicht eine wichtige Ausgangssituation für kommende Trends sein, die u.a. im Bereich eHealth und Big Data liegen.

 

Zukunftstrends in den Nordics


Die Zukunftstrends sind nicht viel anders als für die Life Sciences Industrie und die Gesundheitssysteme in anderen Ländern. Sie rühren von Entwicklungen wie alternden Gesellschaften, mehr chronischen Krankheiten und klammen Gesundheitssystemen. Diese haben bereits dazu geführt, dass die Industrie heute mehr auf die Bedürfnisse von Patienten und Payern hinarbeitet.

Dabei sind eHealth und Big Data immer wichtiger geworden und werden es bleiben. Daten bedeuten im Prinzip mehr Information über die Zielgruppe Patienten. eHealth Entwicklungen sollen es hier ermöglichen, die Produkte besser an die Bedürfnisse der Patienten anzupassen. Das geht über die eigentliche Wirkung des Medikaments oder Medizinprodukts hinaus.

Die Nordics haben hier bereits eine sehr gute Ausgangslage. Denn Dänemark und Finnland haben bereits vor 20 Jahren angefangen daran zu arbeiten, Patientendaten übergreifend zugänglich zu machen. Heute sind elektronische Krankenakten in allen skandinavischen Ländern die Regel. So können Patientendaten zwischen den Ländern und den Stakeholdern ausgetauscht werden.


Noch ist man nicht am Ziel


Trotz dieser positiven Ausgangslage ist die Industrie noch nicht zufrieden und sieht noch viel Bedarf an mehr regionaler und länderübergreifender Kooperation. Dies sei nötig, um ein gemeinsames System für die Nordics zu finden, denn nur dann kann man davon so profitieren, dass die Chancen, die in den Entwicklungen eHealth und Big Data sowie personalisierte Medizin liegen, bestmöglich genutzt werden.

Vor kurzem hat die dänische Regierung eine Task Force aus Industrieexperten zusammengestellt, um Wege zu finden wie dies erreicht werden kann.

Ein limitierender Faktor ist aktuell jedoch die abnehmende Finanzkraft. Die Investitionen sind im Vergleich zu den letzten Jahren gesunken. Ein Problem für die Nordics, die in Puncto niedrige Steuern, z.B. mit Ländern wie Irland oder den USA nicht mithalten können.

Personalisierte Medizin und HEOR


Personalisierte Medizin ist ein weiteres Thema aus dem Bereich globale Trends. In den Nordics hat das z.B. dazu geführt, dass ein Unternehmen wie Thermo Fisher das Diagnostikunternehmen Phadia gekauft hat. Diagnostik ist bei Personalisierter Medizin essentiell.

Und so wie im Rest Europas ist auch HEOR (Health Economics and Outcomes Research) ein wichtiges Handlungsfeld. Es geht darum, einen Mehrwert an Effizienz und der Gesamtbehandlung herauszustellen, anstatt nur die reine Wirkung des Produktes indem man andere Faktoren wie Patient Adherence und die gesamtwirtschaftliche Auswirkung mit einbezieht. So kann man es auch in den Nordics schaffen, bessere Erstattungssätze zu erzielen.

Unsere Spezialistin für Life Sciences Freelancer in den Nordics ist Olga Zhikhareva, die Ihnen sehr gerne weiterhilft, wenn Sie Lösungen für Themen wie HEOR / Market Access, eHealth oder Social Media benötigen.

olga.zhikhareva@wp13162657.server-he.de

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