K-Recruiting ist Mitglied beim Bundesverband für Selbständige Wissensarbeit

K-Recruiting ist Mitglied beim Bundesverband für Selbständige Wissensarbeit

Als erfahrenes Recruitingunternehmen, das sich ausschließlich mit der Vermittlung selbständiger und freiberuflicher Arbeitsverhältnisse befasst, ist K-Recruiting als ordentliches Mitglied dem Bundesverband für selbständige Wissensarbeit (BSW) beigetreten. Dafür gibt es aktuelle Gründe: Die Verhältnisse bei der Einstufung selbständiger Arbeit in Deutschland lassen sich selbst bei wohlwollender Betrachtung nur als mittelalterlich bewerten. Das Statusfeststellungsverfahren, das derzeit zur Anwendung kommt, geht größtenteils an den tatsächlichen Gegebenheiten des Arbeitsmarkts vorbei – und das nicht etwa aus Nachlässigkeit. Die heutigen Verhältnisse gründen auf massiven politischen Interessen – doch davon später mehr.

Selbständigkeit als Feindbild

Projektbasierte Arbeitsverhältnisse selbständiger Kompetenzträger haben es schwer in Deutschland. Das Ergebnis, auf das Statusprüfungen über die Art der Beschäftigung hinauslaufen, lautet in vielen Fällen: Scheinselbständigkeit. Die Bewertungskriterien, die zu diesem Ergebnis führen, sind auf derart krasse Weise weltfern bis manipulativ, dass sich die Vermutung einer strategischen Absicht aufdrängt, die hinter dem Prüfverfahren steckt. Das bereitet nicht nur den Einkaufs- und Rechtsabteilungen vieler Unternehmen Kummer.

Für die Ausrichtung des Statusfeststellungsverfahrens zeichnet die Deutsche Rentenversicherungsanstalt verantwortlich. Politische Insider sprechen von internen Handlungsanweisungen auf Regierungsebene an die DRV. Sie sollen die Anstalt anweisen, Prüfverfahren im Rahmen ihrer erheblichen Gestaltungsfreiheit so zu strukturieren, dass im Gesamtergebnis sie so viele ungültige selbständige Arbeitsverhältnisse wie nur möglich herauskommen.

Die Gründe für dieses restriktive Verhalten lassen sich leicht finden. Die Sozialkassen sind klamm, ebenso die gesetzlichen Krankenkassen, deren wirtschaftliche Lage starken Schwankungen unterliegt. Da liegt es nahe, so viele Menschen wie möglich in reguläre Angestelltenverhältnisse zu zwingen, um die Finanzbasis aufzupolstern – auch auf Kosten einer vernünftigen Arbeitsmarktpolitik und eines modernen und flexiblen Arbeitsmarkts.

Ein Bundesverband für selbständige Wissensarbeiter

Der BDW stemmt sich bereits seit geraumer Zeit gegen diese unselige Grundhaltung, was den ausschlaggebenden Grund für den Beitritt von K-Recruiting darstellt. Zahlreiche Initiativen und Gespräche mit Regierungsvertretern sollen den Boden für eine zukunftsträchtige Anpassung der Bewertung von Selbständigkeit ebnen.

Das jüngste Ereignis auf diesem Weg war das Verbändetreffen am 10. September 2019 auf Einladung des BDA zum Statusfeststellungs- und Clearingverfahren, bei dem der BDW durch seinen Vorsitzenden Carlos Frischmuth vertreten war. Gemeinsam mit den anderen Verbands– und Branchenvertretern gab es intensive Gespräche zu Fragen der rechtssicheren und praxisnahen Differenzierung zwischen abhängiger Beschäftigung und selbständiger Tätigkeit.

Das Treffen erarbeitete Lösungsansätze, um die Rechtssicherheit für Selbständige und Auftraggeber gleichermaßen zu erhöhen und das bestehende Statusfeststellungsverfahren zu ergänzen. Vor allem wurde die Forderung nach einer Positivliste laut, die Selbständigkeit eindeutig und unmissverständlich definiert und so Unternehmen die Angst davor nimmt, selbständige Experten über eine begrenzte Zeit für projektbasierte Arbeiten zu beauftragen.

Unklare Signale aus dem Arbeitsministerium

Nur zehn Tage nach dem Verbändetreffen ging Arbeits– und Sozialminister Hubertus Heil mit den Ergebnissen des angeblichen “Zukunftsdialogs Neue Arbeit – Neue Sicherheit” an die Öffentlichkeit. Das Papier geht auf eine Befragung von knapp 1.000 Bürgerinnen und Bürger zurück, die danach einer Bewertung durch Wissenschaftler des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) unterzogen wurden.

Der BDW hat sich intensiv in den Meinungsbildungsprozess der Untersuchung eingebracht, insbesondere zu den Fragen des Statusfeststellungsverfahrens und einer zeitgemäßen Bewertung von Selbständigkeit. Der stellvertretende Vorsitzende Jan Jagemann nahm in diesem Zusammenhang am Themenforum „Selbstbestimmung und Mitbestimmung fördern“ teil, wo es zu Diskussionen mit der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Annette Kramme, kam. Ein Ergebnis der Diskussion war die Zusage des Ministeriums, einzeln agierenden Selbständigen mehr Rechtssicherheit zu verschaffen.

Gerade diese Form der Positionsbestimmung ist ein deutliches Zeichen dafür, wie lang der Weg zu einer für die selbständigen Wissensarbeiter befriedigenden Lösung noch ist – und wie wichtig die Anstrengungen des BDW und von K-Recruiting. Mehr Rechtssicherheit – das ist eine wohlklingende Phrase, die allerdings nichts über eine Besserstellung der Business Professionals aussagt. Rechtssicherheit kann auch bedeuten, die bestehenden Verhältnisse noch intensiver zu zementieren.

K-Recruiting verfolgt die aktuelle Entwicklung mit Sorge und setzt sich mit aller Kraft für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Rechtslage ein. Dass es dafür jeden Anlass gibt, zeigt die in typischem Politikerdeutsch verfasste Erklärung des Ministers zum Abschluss des angeblichen Zukunftsdialogs: „Mit dem Ergebnisbericht lege ich konkrete Vorschläge vor, um Menschen, die in Sorge um ihren Arbeitsplatz sind, Perspektiven zu zeigen, um auch die Arbeit von morgen machen zu können.“

Wenn auf der Startseite des Bundesministeriums zum Zukunftsdialog die ersten beiden Themenfelder “Sozialstaat weiterdenken” und “Soziale Sicherheit gestalten” lauten, lässt sich leicht ausmalen, wohin die Reise gehen soll. Hier sind noch eine Menge Überzeugungsarbeit und viele intensive Gespräche erforderlich, um das Schiff auf neuen Kurs zu bringen.

Durch Eigeninitiative den politischen Prozess anstoßen

In einer Kampagne unter dem anschaulichen Namen “Hätte, Hätte Diskette” führte der BDW im November 2018 ein Mailing durch, das sich an ausgewählte Abgeordnete des Deutschen Bundestags richtete. Es ging darum, auf die Situation selbständiger Wissensarbeiter aufmerksam zu machen, für die es noch immer keine vertretbare Planungs– und Rechtssicherheit gibt – weder für die Solo-Selbständigen, noch für die beauftragenden Unternehmen. Den Briefen lag jeweils eine Diskette bei.

Die Wahl eines Datenträgers aus der digitalen Frühzeit war dabei nicht als Gag gedacht. Es ging darum, zu verdeutlichen, dass ohne unabhängige Wissensarbeiter und Arbeitsbedingungen, die ihrem Status gerecht werden, Deutschland auf Dauer den Anschluss an neue Technologien und die mit ihnen verbundenen Entwicklungen verpassen wird. Der Weckruf an die Politik hatte zum Ziel, darauf hinzuweisen, dass schon heute viele Digitalisierungsvorhaben in deutschen Unternehmen ohne projektbasierten Einsatz selbständiger Experten nicht durchführbar wären.

Eine weitere interessante Initiative hat der BDW – derzeit noch in seiner früheren Form als ADESW (Allianz für selbständige Wissensarbeit) – mit seinem Projekt “Expertenarbeit stärken” auf den Weg gebracht. Auf experten-arbeit-stärken.de (mit Umlaut) kann ein individueller Brief abgefasst werden, der die Forderung nach mehr Rechtssicherheit für freie Experten, freiwillig Selbständige, Freelancer, Dienstleister und Verbände zum Gegenstand hat. Dieser Brief kann dann direkt auf der Website gestaltet werden.

Nach Eingabe der eigenen Postleitzahl erscheint die Auswahl der zuständigen Politiker im Bundestag und dem Wahlkreis. Zusätzlich lassen sie die Vertreter der wesentlichen Parteien im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags und im Ausschuss für Wirtschaft und Soziales auswählen.

Nun ist nur noch die Eingabe der eigenen Absenderdaten erforderlich. Danach lässt sich je ein fertig formulierter Brief an jeden gewählten Empfänger ausdrucken.

K-Recruiting unterstützt Projekte dieser Art mit großer Überzeugung. Sie zielen darauf ab, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen, statt ausschließlich auf politische Prozesse und Entwicklungen zu vertrauen. Selbständigkeit, wie sie bei Wissensarbeitern jeder Art zum alltäglichen Handwerkszeug gehört, sollte auch Initiativen umfassen, um die äußeren Bedingungen des Arbeitsmarkts zu optimieren und damit letztendlich auch einen wichtigen Beitrag zur eigenen Karrieregestaltung zu leisten.

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