AM-VGS

Den Begriff AMNOG (Arzneimittelneuordnungsgesetz) kennt heutzutage jeder, der in diesem Bereich tätig ist. Mittelpunkt dieses Gesetzes ist das Nutzendossier, welches für jedes neue Medikament mit neuem Wirkstoff erstellt werden muss und Kernstück der Erstattungsfähigkeit und Preisfindung ist. Das AMNOG trat am 01. Januar 2011 in Kraft, um die gestiegenen Kosten für Arzneimittel für das gesetzliche Krankenkassensystem zu senken.

Involvierte Parteien sind die Pharmaunternehmen und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), sowie das wissenschaftliche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG, bestehend seit 2004). Das IQWiG erhält vom G-BA die Beauftragung zur Bewertung der Nutzendossiers.

Gut fünf Jahre später steht eine erneute Änderung an: das AM-VSG (Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz).

Laut AOK Bundesverband soll das AM-VSG die finanzielle Stabilität der Krankenversicherungen in Deutschland erhalten ohne Einbußen für die Arzneimittelversorgung fürchten zu müssen und soll 2017 in Kraft treten.

Punkte, die zur Diskussion stehen

  • Preisstopp bis 2022 (patentfreie Arzneimittel, die bis 08/10 bereits auf dem Markt waren)
  • Änderung der Nutzenbewertung für neue Medikamente, durch Evidenztransfer*
  • 250 Millionen Euro als Grenze im 1. Umsatzjahr; statt völlige Abschaffung des ersten Jahres zur freien Preisbestimmung
  • Kein Zusatznutzen bedeutet Preisfestsetzung gemäß der billigsten Alternative
  • Verhandelte Preise für die Erstattung werden vertraulich
  • Kein Nachweis von Zusatznutzen für Medikamente für Kinder, sollten diese bereits für Erwachsene zugelassen sein
  • Verkürzung der Umsetzung von Rabattverträgen für bessere Planungssicherheit für die Pharmaunternehmen
  • Antibiotika: Berücksichtigung der Resistenzsituation bei der Nutzenbewertung

Erfreulich für die Krankenkassen: Es wird erwartet, dass sich die Umsatzschwelle von 250 Mio. für die Krankenkassen mit einem zweistelligen Millionenbetrag auszahlen wird. Bemängelt wird jedoch, dass die Nutzenbewertung durch die Möglichkeit des Evidenztransfers aufgeweicht wird.

Sicherlich ergeben sich nach Inkrafttreten des AM-VGS Impulse für die Pharmaindustrie, Maßnahmen für die bestmögliche Nutzung der neuen Herausforderungen zu finden.

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